SEGAME

Ein Projekt zur Förderung der seelischen Gesundheit von AfrikanerInnen in der Migration durch Empowerment und Verbesserung ihres Zugangs zu psychosozialen Diensten

 

Die afrikanische Community beruht auf den Werten gegenseitiger Hilfe, Fürsorge, Solidarität, Engagement und Verantwortungsgefühl gegenüber den Mitmenschen und kann dem Einzelnen vor allem in Krisenzeiten sehr viel Unterstützung und Kraft geben. Musik und Gemeinschaft, Glaube und Gebet sind sehr wichtig für das seelische Wohlbefinden. Doch es gibt Situationen, wo das große Selbsthilfe- und Nachbarschaftshilfepotential der Community einen Menschen nicht mehr erreicht. Dann wenn die Person psychisch krank ist – die Nachbarschaftshilfe reicht in diesem Fall nicht aus und kann die professionelle Unterstützung nicht ersetzten!

Aber der  Zugang zur psychosozialen Versorgung ist nicht für alle Menschen gleichermaßen gegeben. Vor allem AfrikanerInnen werden hier marginalisiert. Nicht nur Diskriminierung, negative Vorurteile und Stereotype erschweren denn Zugang. Viele Fachkräfte fürchten eine Mehrfachbelastung. Die KlientInnen bringen andere Erklärungsmodelle und Lösungsstrategien für psychische Erkrankungen mit. Die Zusammenarbeit ist somit für beide Seiten schwierig. Innerhalb der Community ist psychische Krankheit ein Tabuthema. Sie gilt als Stigma, es wird nicht darüber geredet, auch aus Angst vor Stigmatisierung  in der neuen Heimat.  Andererseits bringt aber die Migration auch für psychisch gesunde Menschen extreme psychische Belastungen. So kommt es zu häufigen Zwangseinweisungen.

Dieses Pilot-Projekt hat einen innovativen und modellhaften Charakter und richtet sich an alle MitarbeiterInnen im Gesundheits- und Sozialbereich sowie an alle Personen aus afrikanischen Herkunftsländern südlich der Sahara. Es erhebt die Ausgangslage in diesem Spannungsgefüge auf Seiten der Migranten und der Fachdienste durch Fokusgruppendiskussionen.


Ziel:

Ziel des Projektes ist es, die Partizipation von Migranten und Migrantinnen an der kommunalen Gesundheitsförderung zu verbessern bzw. überhaupt zu ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir Ihr Mitwirken - Ihre Erfahrungen aus der Praxis sind uns wichtig!

Aktivitäten:

  • Outreach Arbeit
  • Fokusgruppendiskussionen mit MitarbeiterInnen aus dem Versorgungssystem und Fragebogenerhebung
  • Informationsveranstaltungen in den unterschiedlichen Communities
  • Fokusgruppendiskussion mit MigrantInnen und Group-Leader
  • Informationsmaterialien über psychische Erkrankung in Deutsch, Englisch und Französisch
  • Workshops für MitarbeiterInnen aus dem Versorgungssystem
  • Workshops für Group Leader zur Ausbildung als Multiplikator/In
  • Exkursionen von MultiplikatorInnen zu Einrichtungen zur psychosozialen Versorgung
  • Vernetzungsarbeit
  • Begleitende externe Evaluation
  • Erstellen eines Best Practice Leitfadens

 


      --> Informationsmaterial (dt.)               --> Informationsmaterial (engl.)


      ...durchgeführte Aktivitäten 2012


      ...Leitfaden (dt.)




Förderer des Projektes:





Integrationsreferat der Stadt Graz

Gesundheitsamt der Stadt Graz